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 Das Schlafzimmer

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Henry Potter



Männlich
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Name : Henry Potter
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BeitragThema: Das Schlafzimmer   Do Nov 11 2010, 18:32

Cf - aus der Küche

Henry konnte sich nicht daran erinnern, wann er Artemis zum letzten Mal irgendwo hin gefolgt war. Und schon gar nicht, wann sie das letzte Mal innerhalb weniger Minuten den Weg zum Schlafzimmer genommen hatten, wenn auch mit weniger angenehmen Vorsätzen als sich Träumereien hinzugeben. Henry ging meistens viel später zu Bett wie Artemis, die dann schon tief und fest schlief, oder er schlief selbst in seinem Sessel im Arbeitszimmer ein.
Und nicht wenig in der letzten Zeit verbrachte er auch die Nächte auf seiner Couch im Ministerium. Wenige Minuten später fand er sich vor der Schlafzimmertür wieder, hinter welcher er sie vermutete.
Zögernd klopfte er an.

Dann noch einmal...
"Artemis?! Es..." er zögerte wieder. "es.. tut mir Leid." sagte er gedämpft. Was konnte er noch sagen? Hörte sie ihn überhaupt? Vielleicht wollte sie das ja gar nicht. Er wartete eine Weile.
Möglicherweise war es besser, wenn er doch nicht hier und jetzt klopfte und versuchte sich in irgendeiner Form zu rechtfertigen. Sie hatten in den letzten Jahren nichts in der Art und Weise hinbekommen, warum sollte es heute anders sein?
Ausserdem ärgerte ihn auch manchmal das Verhalten, was seine Frau dann schon mal an den Tag legte, obwohl er wirklich zugeben musste das er sie ja auch irgendwie verstehen konnte, wenn er nur genau darüber nachdachte.
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Artemis Potter



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BeitragThema: Re: Das Schlafzimmer   Do Nov 18 2010, 01:32

cf - Die Küche


Der Weg zum Schlafzimmer war schnell hinter sich gebracht und erst das Zuknallen der Tür lies die hoch konzentrierte Anspannung in Artemis ein wenig abflauen. Einen Moment lang hatte sie sich mit dem Rücken gegen die Tür gelehnt und die Augen geschlossen. Ihre Handflächen hatten auf dem kühlen Holz der Tür gerührt, während sie darauf gewartet hatte, dass sich ihr Herzschlag beruhigte und das nagende Gefühl der Enttäuschung ein wenig nachlies.
Wie hatte sie nur erwarten können, dass Henry tatsächlich aus einem Akt der Zuneigung mit ihr auf diesen Ball gehen wollte? Wie hatte sie, nach all den letzten Jahren, noch glauben können, dass ihm etwas daran lag, mit ihr gemeinsam einen schönen Abend zu verleben? Natürlich ging es ihm um seine Arbeit. Natürlich wollte er seinen Ruf wahren. Sie war das Mittel zum Zweck. Mehr nicht.
Seufzend hatte sich die Literaturkritikerin schließlich von der Tür abgestoßen und war in das angrenzende Badezimmer gegangen, wo sie ihren Blazer abgelegt und ihr Haar hochgebunden hatte. Dann hatte die den Wasserhahn aufgeschraubt und ihre Hände zu einer Schale geformt, um kurz darauf ihr Gesicht mit kühlem Wasser zu umhüllen.
Es tat gut und verbarg die vereinzelten Tränen auf eine geradezu harmonische Art und Weise. Schließlich hatte sie sich das Gesicht getrocknet und blickte nun in den Spiegel.
Sie hörte das dumpfe Klopfen an der Tür des Schlafzimmers, hörte Henrys Stimme und verstand auch was er sagte - doch erreichten seine Worte nicht ihr Herz. Wusste Henry denn überhaupt, wofür er sich entschuldigte? Oder tat er es einfach nur, um sie zu beschwichtigen, damit sie in wenigen Stunden an seiner Seite die perfekte Ehefrau mimen konnte, welche ihren Göttergatten zur Freude aller auf den Hogwartsball bekleitete?
Leise schnaubte Artemis auf und warf ihrem Spiegelbild ein mitleidiges Lächeln zu. Gut. Sollte Henry bekommen, was er sich wünschte. Für sie kam es nur darauf an, James zu sehen. Ihn zu sehen, würde ihr Halt geben und sie vielleicht daran erinnern, warum sie noch immer in dieser "Ehe" ausharrte, anstatt sich aus dieser zu lösen und ein vielleicht viel freudvolleres Leben zu führen.
Außerdem, wer wusste schon, wen sie auf dem Ball treffen, oder kennen lernen würde. Vielleicht ergaben sich ja neue Kontakte, welche für ihren eigenen Job von Vorteil sein konnten.
Wenn Henry sie als Mittel zum Zweck nutzte, warum sollte sie dies nicht auch anders rum tun können? Henry verfügte über ausgezeichnete Kontakte zu einer Vielzahl von Magiern und Hexen, das wusste sie. Mit Sicherheit würde also an diesem Abend auch etwas für sie heraus springen. Es wurde Zeit, dass sie nicht länger der Fußabtreter dieser Ehe war.

Ein letzter Blick in den Spiegel, dann straffte sie ihre Schultern und verließ das Badezimmer, um abermals zur Tür des Schlafzimmers zu schreiten. Mit einem fast schon perfekten Lächeln öffnete sie diese und warf ihrem Mann nur einen flüchtigen Blick zu.
"Was meinst du?" setzte sie an, ohne auf das zuvor Geschehene einzugehen. "Würde zu diesem Anlass eher das schwarze, oder das burgunderfarbene Kleid passen?"
Während sie sprach, schritt sie hinüber zu ihrem Kleiderschrank und öffnete dessen Türen mit einer ausladenden Bewegung. Kritisch überflog ihr Blick die vielen verschiedenen Kleidungsstücke, während sie das Gefühl zu unterdrücken versuchte, welches ihr sagte, dass Henrys Blick noch immer auf ihr lag. Sie versuchte sich einzureden, dass es ihr egal war, was er jetzt dachte, oder von ihr hielt. Doch in ihrem Inneren wusste sie, dass dies nicht der Fall war. Aber ihr Stolz hielt sie davon ab, sich ihm zuzuwenden.

Scheinbar hoch konzentriert zog sie mehrere Kleider aus ihrem Schrank und legte sie auf dem Bett ab, ehe sie erneut einen flüchtigen Blick zu ihrem Mann warf. Es schmerzte sie, wie sie beide hier standen, in ihrem gemeinsamen Schlafzimmer und nichts weiter für einander übrig hatten, als mehr oder weniger höfliche Akzeptanz. Wo waren die Zeiten hin, in welchen dieser Raum ein Ort der gegenseitigen Begierde gewesen war? Ihr gemeinsames Ehebett war seit langem kalt und jegliche Kommunikation auf körperlicher Ebene hatte sich seit Langem schon erledigt.
"Ich nehme an die Mackenzies werden ebenfalls anwesend sein?" fragte sie und griff nach einem dunkelgrünen Kleid, welches sie zur näheren Betrachtung nach oben hielt.
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BeitragThema: Re: Das Schlafzimmer   Mo Nov 22 2010, 01:26

Henry wusste nicht genau was er erwartet hatte, als er Artemis gefolgt war. Es musste ihm klar sein, was sie dachte und wie sich fühlte und genau dass war der Punkt, an dem er hätte umkehren sollen. Er war einfach viel zu weich um sich gegen die feurige Art seiner Frau zu stellen. Dann reagierte er eher mit Rückzug und Verstummung, was ihm in dem Augenblick wieder wiederfuhr als er in der Tür stand, halb eingetreten und halb nicht, seiner Frau zusehend wie sie ihn gekonnt ignorierte. Luft, wie oft in ihrem gemeinsamen Leben war er genau das für sie gewesen? Luft!
Henrys Blick lag auf der Gestalt seiner Frau, bis sie beiläufig fragte was er meine, um ihn im gleichen Zug zu fragen welche Farbe des Kleides er wohl für angemessen hielt." Henry seufzte und lehnte sich gegen den Türrahmen.

Artemis führte ihre Handgriffe weiter aus, während er sich den Kopf darrüber zerbrach wie er das jetzt wieder kitten konnte, aber er wusste das er nicht konnte. Wenn Artemis sich einmal richtig verschlossen hatte, dann war eigentlich kein rannkommen mehr an sie. Er stand da wie ein Verlorener, den man an einem falschen Ort abgesetzt hatte, einem Ort mit dem er nicht gerechnet hatte und den er nicht kannte. Er machte schließlich einige Schritte weiter in den Raum hinein, auf Artemis zu, hielt aber wieder an und verharrte.
Dann drehte er sich wieder um und ging zurück Richtung Tür, entschlossen aufzugeben und das ganze einfach auf sich beruhen zu lassen. Zu ihrer Kleiderwahl hatte er sich bisher nicht geäußert. An der Tür verklangen seine Schritte auch wieder und er blieb erneut stehen.

Offenbar hatte er sich jetzt innerhalb weniger Minuten dreimal umentschieden. "Was ich meine ist die Auslage meiner Worte Artemis. Ich möchte nicht mit dir auf den Ball gehen weil es meiner Arbeit dienlich wäre, oder weil ich dich als Aushängeschild oder sonst etwas unmoralisches darstellen möchte. Die Arbeit sollte eigentlich das Nebensächliche sein, lästig an so einem Abend aber unabdingbar.
Artemis..." sagte er nocheinmal eindringlicher. "Es geht doch auch um James, und um alle anderen Schüler. Ich habe die Befürchtung das uns allen etwas bevorsteht, dessen Ausmaße wir noch nicht erfassen können. Willst du nicht in einer gewissen Sicherheit dorthin gehen? Ist dir das denn alles egal? Ist die Farbe der Kleidung das Wichtigste für dich in diesem Moment?" Letztere Worte hörten sich wahrhaftig etwas ärgerlich an.

"Du hast doch auch von dem Mord an dieser Schülerin mitbekommen, von dem Politiker, und von dem Sportler? Das ist doch alles nicht normal. Ich mache mir große Sorgen, um alles und..." mit einem prüfenden Blick stockte er wieder. "...du denkst ich wolle dich nur als Mittel zum Zweck mitnehmen oder?" Natürlich dachte sie so etwas. Er konnte diese Gedanken im Raum fast fassbar spüren.
"Willst du das ich hier bleibe? Willst du lieber allein hingehen? Ist das vielleicht was dich glücklich machen würde? Du willst lieber allen zeigen das wir nicht in der Lage sind gemeinsam etwas unternehmen, willst mit James alleine sein? Oder ist da noch jemand anderes..?" Vor einiger Zeit hatte es eine ähnliche Diskussion schon einmal gegeben, aber Henry konnte sich nicht mehr erinnern, wie sie reagiert hatte.
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Artemis Potter



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BeitragThema: Re: Das Schlafzimmer   Mo Dez 13 2010, 01:00

Ja, natürlich hatte sie von dem Mord gehört und natürlich plagten sie seit diesem Tag nur noch mehr Zweifel um das Wohlbefinden ihres gemeinsamen Sohnes. Wie konnte sie sicher gehen, dass es ihm gut ging, wenn selbst die Schüler in Hogwarts nicht mehr vor Angriffen sicher waren? Oft träumte sie Nachts davon, dass man sie Daheim oder in der Redaktion aufsuchte, um ihr mitzuteilen, dass ihr Sohn bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen, oder kaltblütig ermordet worden war. Jedes Mal aufs Neue schreckte sie darauf hin aus dem Schlaf und brauchte einige Minuten, bis sie sich wieder gefangen und ihr Puls sich normalisiert hatte.
Und nun kam Henry einfach so daher und fragte sie, ob ihr ein Kleid wichtiger wäre als das? Artemis konnte kaum glauben, dass Henry ihr tatsächlich eine solche Frage stellte. Kannte er sie wirklich so schlecht? War dies das Bild, welcher er von ihr hatte? Eine vom Konsum zerfessene Frau, welche ihr materielles Wohl vor das leibliche Wohl anderer Menschen stellte?
Einen Moment lang rang sie um Fassung, dann legte sie das Kleid mit geschürzten Lippen zurück auf ihr gemeinsames Bett und stämmte die rechte Hand an ihre Taille. "Du weist, dass das nicht stimmt." meinte sie ruhig und sah ihrem Mann zum ersten Mal seit langer Zeit wieder in die Augen. Er wirkte angespannt und müde. Kein Wunder, bei der vielen Arbeit, welche er sich selbst immer wieder aufhalste und der wenigen Zeit, welche er sich tatsächlich zur Erholung gönnte.
Leise seufzte Artemis auf, als Henry sie fragte, ob sie einen anderen hätte. Eine Art Stromstoß durchschoss ihren Körper, welcher umso schmerzhafter war, da er diese Frage nicht zum ersten Mal stellte.
Allmählich hatte die Literaturkritikerin das Gefühl, dass es ihrem Mann sogar recht wäre, wenn sie einen anderen hätte, damit er sich nicht mehr für sie verantworlich fühlen musste. Doch diesen Gedanken wollte und konnte sie nicht laut aussprechen.
Statt dessen beschränkte sie sich darauf den Blick in Henrys Augen noch einen Moment länger aufrecht zu erhalten und ihm somit die Aufrichtigkeit ihrer Worte klar zu machen.
"Wenn es einen anderen Mann in meinem Leben gäbe, wärest Du der Erste, der davon erfahren würde." meinte sie ruhig und spürte, wie sich eine feste Schlinge um ihr Innerstes legte. Es schmerzte sie, dass Henry ihr offenkundig so etwas zutraute. Ein weiteres Zeichen dafür, dass ihre Ehe am Ende war?

Mit gesenktem Kopf lies sich Artemis auf die Kante des Bettes sinken und legte die Hände in ihren Schoß.
"Was ist nur aus uns geworden Henry.." raunte sie leise und kämpfte die aufsteigenden Tränen nieder. "Wo sind wir nach all den Jahren nur gestrandet." Kaum merklich schüttelte sie ihren Kopf und blickte dann aus traurigen Augen zu ihm hinauf. "Ich möchte weder, dass Du zu Hause bleibst, noch dass Du glaubst ich hätte einen Anderen." Ihre Stimme war gedämpft und man spürte die Angespanntheit, welche von ihr Besitz ergriffen hatte. "Alles was ich möchte Henry, ist ein Leben an Deiner Seite, welches weder vor Einsamkeit schreit, noch dazu verdammt ist, dass wir uns gegenseitig heimliche Affairen andichten. Es gab einmal eine Zeit, in der wir glücklich zusammen waren. Warum ist das jetzt nicht mehr möglich?" Ihr Blink sank hinab auf ihre Hände und Artemis spürte, dass dies die Worte waren, welche sie schon längst hätte aussprechen sollen. Doch ob dies der richtige Augenblick war, blieb weiterhin fraglich. Andererseits - wann war jemals der richtige Augenblick dafür?
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BeitragThema: Re: Das Schlafzimmer   Mo Dez 13 2010, 20:48

Natürlich wusste Henry dass das nicht stimmte, aber in diesem Augenblick hätte er vermutlich auch ein zweites Mal gesagt, allein aus dem Grund heraus, weil er sich sonst hilflos ausgeliefert fühlte und nur noch zu anderen eher mageren Argumenten fähig war. Das Problem was sie hatten war größer als er sich es jemals hatte eingestehen wollen. Alles war er sagt schien auf einer Goldwage das absolut falsche Gewicht zu haben und alles was sie sagte ebenfalls. Das schlimmste an der ganzen Sache war, dass sie sich so weit befremdet hatten, dass er sich wirklich nicht mehr sicher war, was er glauben sollte und konnte, was er sich nur einbildete und was der Wirklichkeit entsprach. Sie lebten in einer völlig verdrehten Welt, in der es für jeden Pups einen Zauber gab, ausser für die wirklich wichtigen Dinge, wenn man Liebe und Gefühle als wichtig betrachtete, verstand sich.

Diverse Liebestränke oder Sprüche waren etwas für Teenies, aber in der Welt der erwachsenen Zauberer, da zählte dies nicht mehr, da musste man selbst sehen wir man das private Leben richtig gestaltete. Henry Potter hatte sich verloren zwischen Arbeit und Gefühl und Pflichtgefühl und er wusste nicht mehr richtig welches der drei Dinge in welchem Maße gut für ihn und seine Familie war, oder nicht. Er stand da und wollte Artemis glauben dass er der erste wäre der erführe wenn es noch einen anderen Mann in ihrem Leben gäbe, aber aus einem seltsam lähmenden Gefühl heraus, was er abzuschütteln nicht in der Lage war, misstraute er ihren Worten. Er durfte nicht darüber nachdenken, denn je mehr er dies tat, je schlimmer wurde dieses nagende Gefühl, welches mit Zorn und Verwirrung einherging. Würde sie ihn belügen? Warum würde sie das tun sollen?

James zuliebe? Oder weil Geheimnisse auch immer etwas aufregendes mit sich brachten, etwas das ihr Henry nicht mehr bieten konnte? Für einen Augenblick schloss er die Augen, versuchte sich zu sammel und presste dabei die Lippen aufeinander, das es zwiebelte. Dann atmete er tief ein und aus und meinte direkt beantworten zu können, was aus ihnen geworden war, was geschehen war... Er öffnete auch den auch Mund, aber Worte kamen nicht heraus. Der traurige Blick von Artemis bewegte in tief, aber eben im Inneren, an einem Ort den sie nicht sehen konnte, von dem sie nichts wissen konnte, weil er ihn vor nicht darlegte. Dann geschah, was so oft geschah. Henry kapitulierte...
"Ich weiß es nicht Artemis, doch, ich meine wahrscheinlich wissen wir beide es, aber jetzt ist sicher nicht der Zeitpunkt das eingehend zu untersuchen."

Beim Merlin wie er sich dafür hasste, ja, ihm wurde fast selbst schlecht von dem geschäftlich klingenden Klang seiner Worte. "Heute gehen wir zum Ball und wenn wir jetzt anfangen darüber zu diskutieren was ich alles falsch gemacht habe, oder gar nicht gemacht habe, dann wird der Abend eine Katastrophe. Also ersparen wir uns und allen anderen das heute besser. Wir treffen uns nachher, und gehen dann zum Ball und ich werde mich bemühen, es nicht zu beruflich wirken zu lassen."
Mit diesem Worten wandte sich Henry um und verließ den Raum, um seine Frau bei der Kleiderwahl in Ruhe zu lassen. Was er jetzt brauchte war ein Hieb frische Luft um wieder auf klare und normale Gedanken zu kommen. Um zu verdrängen, wie er es immer tat.

Tbc - Whittard's - typisch englische Teestube
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Artemis Potter



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BeitragThema: Re: Das Schlafzimmer   Di Dez 28 2010, 16:13

Noch ehe die Schlafzimmertür endgültig hinter Henry in ihr Schloss zurück gefallen war, stieß die Rothaarige ein tiefes Seufzen aus und lies sich rücklings auf das Bett sinken. Die Hände verschlang sie ineinander und legte sie so in ihren Schoß, während ihr Blick die geschlossene Tür fixierte, durch welche ihr Mann wieder einmal verschwunden war.
Sie konnte spüren, wie ein unangenehmer Druck ihr die Kehle zuschnürte und ihre Augen zu brennen begannen. Aber sie wollte dieses Gefühl nicht zu lassen. Sie hatte bereits zu viele Tränen wegen dieses Themas vergossen. Sie war das Weinen leid und reagierte jetzt statt dessen mit einer Art Trotz auf das typische Fluchtverhalten Henrys.
Nun hatten sie beide schon einmal einen Moment gefunden, wo sie sich endlich hätten aussprechen können und Henry tat das, was er immer tat. Abblocken, bereitwillig alle Schuld auf sich nehmen und abhauen. Abermals seufzte Artemis und strich den Stoff ihrer schwarzen Hose glatt, nur um etwas zu tun zu haben.
Sie wusste sehr wohl selbst, dass nicht alles allein die Schuld des Auroren war. Sie selbst hatte auch nicht immer richtig gehandelt und sich des Öfteren einfach zurück gezogen, wenn etwas nicht so lief, wie sie es sich vorgestellt hatte. Aber hier ging es auch nicht um Schuldzuweisung, sondern um Schadensbegrenzung.
Artemis Potter wollte nichts weiter, als ihre Ehe zu retten und damit ihre gesamte kleine Familie. Sie konnte sich ein Leben ohne Henry nicht vorstellen, wollte es auch garnicht. Auch wenn sie im Prinzip bereits ein Leben ohne ihn führte. Aber irgendwo in ihrem Hinterkopf wusste sie, dass er noch immer an ihrer Seite war.
Doch wie lange würde dies noch der Fall sein?
Mit einem resignierenden Kopfschütteln erhob sich die Literaturkritikerin und schritt zurück zu ihrem Kleiderschrank. Vielleicht, wenn sie selbst sich Mühe gab und Henry seinen verfluchten Dickkopf ein wenig unter Kontrolle hielt, vielleicht konnte dieser Abend dann doch ein wenig nett werden. Immerhin würden sie James wieder sehen und jeder wusste, dass die eigenen Kinder meist die beste Medizin waren. Egal für was.
Also würde Artemis sich nun für den Abend vorbereiten und dann darauf warten, dass Henry zurück kam, um sie für den Ball abzuholen. Hoffentlich war er nicht zurück ins Büro gegangen und vergaß dort die Zeit..

Schließlich hatte sie sich doch noch für ein Kleid entscheiden können, ein schlichtes Schwarzes mit etwas weiterem Rückenausschnitt und legte dieses fürsorglich auf dem Bett ab, ehe sie im Badezimmer verschwand, um sich zu duschen und ihre Haare zu waschen.
Es dauerte nicht lange, bis sie in ein Handtuch gehüllt wieder in ihrem Schlafzimmer stand und begann sich anzukleiden und ihr flammend rotes Haar zu frisieren.
Die Dusche hatte ihr geholfen, den Kopf ein wenig frei zu bekommen und nun da sie noch ein wenig Zeit hatte, um sich schön zu machen, spielte im Hintergrund leise klassische Musik und per Zauberstab war auch bald eine Tasse mit dampfendem Tee herbei geschafft. Allmählich hellte sich ihre Stimmung auf und Artemis war fest davon überzeugt, dass dieser Abend eine neue Chance für sie und Henry sein würde. Fehlte nur noch er selbst, um das Ganze in Angriff zu nehmen.
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