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 Die Küche

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Artemis Potter



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BeitragThema: Die Küche   So Okt 03 2010, 13:34

Die Kücher befindet sich im Ergeschoss des Hauses und ist ein geräumiger Raum mit relativ dunkel gehaltenen Möbeln und großen Fenstern an den jeweiligen Außenfronten.
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Artemis Potter



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BeitragThema: Re: Die Küche   So Okt 10 2010, 21:50

31. Oktober // 1.30 pm


Mit einem dumpfen Aufprall schlug die Tür zur Küche gegen die hinter ihr liegende Wand, während Artemis eintrat und die Szenerie mit einem prüfenden Blick musterte. Ihr Mann schien nicht im Hause zu sein. Warum auch? Es war Freitagnachmittag, da pflegte er noch im Büro zu verweilen und seine Kollegen herum zu kommandieren. Zwar hielt sie ihn nicht für einen Tyrannen, doch angesichts des hohen Zeitinvestments wurde Artemis den Gedanken nicht los, dass Henry sich ein wenig in seine Arbeit verrannte. Nur ein Funken von der Leidenschaft, welche er seinem Beruf entgegen brachte - würde in ihrer gemeinsamen Ehe vermutlich wahre Wunder bewirken.
Mit leise auf den Fliesen klackernden Schuhen schritt Artemis zur Spühle rüber, wo sie sich nach oben reckte, um ein Glas aus dem hochhängenden Schrank zu nehmen und dieses anschließend mit kaltem Wasser zu füllen.
"Emilia?" rief sie in die Stille des leer wirkenden Hauses hinein und noch bevor sie ihr Glas geleert hatte, stand die etwas rundliche Dame auch schon neben ihr.
Mit einem höflichen Lächeln stellte Artemis ihr nun leeres Glas neben sich ab und wandte sich der Hausdame zu, welche sie mit höflicher Geduld ansah. "Hallo Emilia." meinte sie sanft und strich sich selbst eine Strähne des roten Haares aus der Stirn. "Ist die Post heute schon eingetroffen?" Sofort nickte die andere und wuselte davon, um keine Minute später mit einem kleinen Bündel Briefen zurück zu kehren.
"Vielen Dank Emilia." meinte Artemis ehrlich und mit einem flüchtigen Blick aus dem Fenster fügte sie hinzu: "Sie können Sich für den Rest des Tages frei nehmen. Ich denke mein Mann und ich werden heute auch einmal allein zurecht kommen. Haben Sie vielen Dank."

Die Hausdame - völlig überfordert mit ihrem Glück - bedankte sich hastig, machte einen weiteren Knicks und verabschiedete sich dann aufs höflichste, jedoch nicht ohne noch erwähnt zu haben, dass im Ofen ein Braten für den Abend schmoren würde.
Schmunzelnd blickte Artemis der älteren Dame nach, welche mit einem leisen Lied auf den Lippen das Haus verließ und sie somit endgültig in der Stille des leeren Hauses zurück lies.
Einen Moment lang blickte Artemis noch durch die noch immer offen stehende Küchentür hindurch in das leere Haus hinein, doch dann raffte sie sich selbst zusammen, straffte ihre Schultern und durchsuchte ihre Post nach eventuell wichtigen Schreiben.
Doch das meiste waren nur Rechnungen, oder Werbung für die neuesten Rennbesen oder Abwehrmechanismen für Haus und Hof. Schmunzelnd legte sie die Werbung für Rennbesen beiseite, um sie im nächsten Brief an James mitzuschicken. Sie wusste, dass ihr Sohn sich dafür interessierte und immer dankbar war, wenn man ihm dabei half auf dem neuesten Stand zu bleiben.
Der letzte Brief jedoch erregte ihre Aufmerksamkeit. Sie kannte die Schrift und auch die smaragdgrüne Farbe, in welcher sie verfasst worden war.
Fast schon instinktiv schlug ihr Herz eine Taktart schneller und mit leicht zittrigen Finger wendete sie den Brief in ihrer Hand, ehe sie ihn aufriss.
Dumbledore würde doch nicht wirklich die Dreistigkeit besitzen ihr per Brief mitzuteilen, wenn James etwas zugestoßen war - oder doch? Fast schon fahrig zerrte sie den Brief aus dem Kouvert und achtete nicht darauf, dass dieses zu Boden segelte, während sie eilig das Pergament auseinander faltete und die in feingeschwungener Schrift verfassten Zeilen überflog.

Ein Seufzer der Erleichterung verließ ihre Lippen und mit einem leisen Lachen legte sie den Brief auf dem Küchentisch ab.
Der Halloweenball. Natürlich. Woran sie nur wieder gedacht hatte! Hastig drängte sie die grausamen Bilder vor ihrem geistigen Auge, welche sich mit einem schwer verletzten James befasst hatten- in den hinteren Teil ihres Kopfes zurück und warf einen erneuten Blick aus dem Fenster.
Sie und Henry waren gemeinsam nach Hogwarts zum Ball eingeladen worden. Eine wunderbare Gelegenheit endlich ihren Sohn wieder zu sehen! Doch andererseits..wie sollten sie beide es schaffen einen ganzen Abend lang das perfekte Ehepaar zu geben, ohne ein ander jeglicher Würde zu berauben? Erneut seufzte Artemis. Sie wollte wirklich gerne auf diesen Ball gehen. Aber ob das wirklich eine gute Idee war, war eine gänzlich andere Frage..



Zuletzt von Artemis Potter am So Okt 17 2010, 12:19 bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Die Küche   Do Okt 14 2010, 01:12

Einstieg nach dem Zeitsprung
31. Oktober // 1.30 pm
Der 31. Oktober war einer dieser Tage die ein Auror und ansonsten ständig Arbeitender nicht brauchte. Halloween! In der Zauberergesellschaft ein besonderer Tag, an dem sich mehr als die Hälfte der Leute frei nahm, um irgendetwas mit der Familie oder Freunden und Bekannten zu machen. An Arbeit mangelte es da leider, auch wenn die Mordfälle noch nicht geklärt waren. Immerhin war man dran, aber das war dann schon alles. Und dann war da mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit der Halloweenball auf Hogwarts...
Als Henry im Büro des Ministeriums seine Sachen zusammengepackt hatte, überlegte er, ob er mit seinen Leuten alles richtig abgesichert hatte und er wusste vor allem nicht, ob er auch hingehen sollte. Die Auroren die eh schon auf Hogwarts waren hatten seine Nachrichten und Pläne für den Abend und den Ablauf erhalten und auch von außen würden weitere Auroren hinzukommen.

In diesem Jahr war es etwas anders, es war gefährlicher und bedrückender, für alle in ihrer Gesellschaft und vor allem auf Hogwarts. Viele Eltern waren gegen den Ball gewesen, ein Ereignis in dieser Größe, was eher unüberschaubar war, aber sollte man den Schülern das alles nehmen, aus Angst und Übervorsicht? Darrüber konnte man streiten.
Henrys Gedanken jedenfalls kreisten auch noch den ganzen Weg nach Godric's Hollow darum. Seine Leute waren gut organisiert und mehr alamiert als jemals zuvor. Es war geplant das sich immer einige drinnen und mindestens einer draussen aufhielt, was natürlich auch im Wechsel geschehen würde, und aus dessen Planung heraus es eigentlich unumgänglich war das Henry auch teilnehmen würde.

Als er das Haus betrat spürte er sofort das es nicht leer war, auch wenn er meinte den Umhang ihrer Haushälterin nicht an ihrem Harken zu sehen. Vielleicht hatte sie ja auch Artemis um Frei gebeten, damit sie etwas unternehmen konnte. Es war Mittag und Halloween war eines der wenigen Male im Jahr, dass Henry um diese Zeit schon nach Hause kam. Er stellte wie immer seine Tasche neben sich ab und legte seinen Reiseumhang ab, dann nahm er seine Tasche wieder auf und wandte sich automatisch gen Arbeitszimmer.
Aber etwas was er nicht beschreiben konnte, ein Gefühl vielleicht, hielt ihn zurück und er bog stattdessen in die Küche ab, wo er dann Artemis bei der Post stehen sah.
"Hallo, du bist auch schon hier?" sagte er mehr aus Reflex als aus Überraschung.
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BeitragThema: Re: Die Küche   So Okt 17 2010, 12:16

"Hallo, du bist auch schon hier?" Gerade noch rechtezeitig konnte Artemis sich ein schnippisches "Nein ich tue nur so." verkneifen und lächelte statt dessen ihrem Mann freundlich entgegen. "Aber ja. Es ist Freitag." gab sie ruhig zurück und legte die Einladung auf dem Küchentisch zurück.
Vermutlich waren ihre Worte für Henry nicht wirklich eine Erklärung - allerdings wären sie dies gewesen, wenn er sich öfters einmal Zeit für seine Frau genommen hätte. Denn dann würde er wissen, dass sie Freitags meist nur bis zur Mittagszeit arbeitete.
Kurz beäugte sie ihren Mann, welcher in seinem dunklen Anzug wie immer hervorragend aussah. Kein Wunder - hatte sie selbst die meisten seiner Anzüge mit ausgesucht und stets darauf geachtet, dass ihr Mann sich nicht blamieren konnte. Zwar war er als oberstes Haupt der Aurorenabteilung nicht permanent in der Öffentlickeit vertreten, doch auch im Ministerium gab es genügend böse Zungen und er waar es schließlich auch, der die Aurorenzentrale nach Außen hin vertrat. Da war keine Zeit für zu kurz geratene Jacketärmel oder ungleichlange Hosenbeine.
"Wie war dein Tag Liebster?" fragte sie noch immer lächelnd, während sie sich von ihrem Stuhl erhob und hinüber zur Anrichte schritt. "Möchtest du eine Tasse Tee? Oder hast du Hunger?"
Ja, Artemis gab die liebende Ehefrau. Warum wusste sie selbst nicht genau. Allerdings wusste sie, dass sie keinen Streit vom Zaun brechen sollte, wenn sie Henry dazu bringen wollte, dass er mit ihr zu diesem Ball ging. Denn allein dort aufzutauchen kam für die Frau genauso wenig in Frage, wie Henry in einem verschnittenen Anzug aus dem Haus gehen zu lassen.

Mit flinker Hand brachte sie per Zauberstab das Wasser im Teekessel zum Kochen und lies zwei Teller, plus Besteck aus den Schränken heran schweben und sanft vor sich auf der Arbeitsplatte landen. Und während sie mit einem perfekten Hüftschwung die Ofentür aufklappte, blickte sie von unten herauf zu ihrem Mann hin und schmunzelte.
"In Hogwarts findet heute Abend der Halloweenball statt." merkte sie an und zog den von Emilia vorbereiteten Braten aus dem Ofen. "Wir haben so eben eine Einladung dazu erhalten. Was meinst du? Hast du heute Abend schon einen Termin?"
Lächelnd streckte sie ihren Körper wieder durch, stellte die Bratenform auf der Anrichte ab und wandte sich nun gänzlich ihrem Mann zu, einen abwartenden Ausdruck auf dem Gesicht.
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BeitragThema: Re: Die Küche   Mo Okt 25 2010, 18:51

Henry stand wie versteinert in der Tür und er wusste dass die heute gewählte Anrede seiner Frau so wenig ernstgemeint war, wie seine dumme Frage, ob sie schon da wäre.. eine Floskel, etwas nur um etwas zu sagen, aber keineswegs angebracht. Artemis verstand es ohne Zweifel vollkommen trocken und emotionslos zu reagieren und viele andere Männer wären vermutlich jetzt schon wie ein brennender Nimbus in die Luft gegangen.
Aber Henry Potter lächelte nur schwach und trat dann ganz in die Kücke ein, wobei er seine Hände tief in den Hosentaschen vergrub. Manchmal, so wie in diesem Augenblick, fühlte er sich fremd in diesen Räumen, fremd in seinem gemeinsamen Haus mit Artemis, fremd in seinem Elternhaus. Doch das hieß nicht, dass er sich im Ministerium heimeliger fühlte, nein - an Tagen wie diesem fehlte ihm jeglicher Bezug zu seinem früheren Leben, oder zu seinem Leben überhaupt. Konnte das ewig so weitergehen? Konnte es noch schlimmer werden?

Warum er bezweifelt hatte, dass Hogwarts eine Einladung zum Halloweenball geschickte hatte, wusste er nicht. Er wusste nur , dass er sicher nicht damit gerechnet, dass seine Frau ihn darauf ansprechen würde und das sie in diesem Jahr hingehen wollte - mit ihm?! Im letzten Jahr jedenfalls waren sie nicht dort erschienen, keiner von ihnen und zum Ärgernis von James. An die genauen Gründe oder jene die sie Hogwarts genannt hatten, konnte sich Henry nicht mehr genau erinnern, so banal erschienen ihm manche Erinnerungen aus der Vergangenheit, als hätte er sie nur am Rande mitbekommen, wie ein Unbeteiligter.
Eine Weile vor sich hinschweigend wanderte er in einem kleinen Radius durch die Küche, bis er am Tisch stehenblieb, um einen Blick auf die Einladung zu werfen. "Ja, ich habe schon einen Termin heute Abend." sagte er dann fast schon nachdenklich, nebensächlich. Es dauerte einen Moment, dann schaute er auf, blickte Artemis an und sah ihr direkt in die Augen. "Auf Hogwarts!"

Erst jetzt fiel die Nachdenklichkeit von seinem Gesicht ab und er lächelte leicht, in der Hoffnung Artemis würde nicht sauer werden und diesen kleinen Spaß verstehen. Früher hatte er öfter einmal trockene, pieksende Späße gemacht, heute war sie vielleicht gar nicht mehr darauf gefasst. "Ich dachte mir schon, dass eine Einladung gekommen ist." sagte er wieder mit ernsthafter Miene und fügte in Gedanken hinzu...
'aber ich dachte du willst lieber nicht mit mir dort erscheinen, oder mit einem anderen wenn schon' Aus seinem Mund aber kam:
"Ich hoffe doch dass wir gemeinsam hingehen." Natürlich schickte Hogwarts eine Einladung, wie jedes Jahr und natürlich ging weder er noch sie noch er mit einer anderen Begleitung hin, weil auch niemand da draussen um ihre Probleme wusste. Vielleicht kannte nicht einmal der eigene Sohn die Ausmaße der Tragödie.

Aber mit Bestimmtheit konnte Henry das auch nicht sagen, denn seine Frau hatte eindeutig den besseren Draht zu James. "James würde sich sicher freuen, oder? Und ich muss so oder so hingehen, der Ball soll unbedingt so sicher wie möglich sein. Dafür brauchen wir dort jeden Auror oder jede Aurorin, mich eingeschlossen. Aber gleichzeitig wollen wir uns alle so unauffällig wie möglich geben. Wenn ich alleine gehen würde, dann wäre das.. naja.. auffällig und für uns wäre es nochmal eine gute Gelegenheit uns in der Öffentlichkeit zu zeigen."
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BeitragThema: Re: Die Küche   Sa Nov 06 2010, 23:32

In den folgenden Sekunde durchlebte Artemis mehrere Gefühle direkt nacheinander. Zunächst einmal, verdunkelte sich ihr Blick kaum merklich und ohne das sie es recht hätte steuern können, verschränkte sie die Arme vor ihrer Brust. So. Henry hatte also bereits einen Termin. Wie nett. Es war ja nicht so, dass Artemis ehrlich gegalubt hatte, dass er sich wenigstens heute einmal Zeit für sie nehmen würde. Aber dennoch konnte sie das nagende Gefühl der Enttäuschtheit nicht gänzlich ignorieren. Wie ein kalter Ring schien es sich um ihre Lunge zu legen und nur, um nicht etwas unüberlegtes zu tun, lies sie sich mit ihrer Hüfte gegen die Küchenanrichte sinken, um sich dort leicht anzulehnen. "Achso." merkte sie kühl an und zeigte ein gekünsteltes Lächeln. Es machte ihr nichts aus, wenn Henry ihren Unmut sehen und vielleicht sogar auch spüren konnte. Dies war eine Ehe - da sollte es keine Geheimnisse zwischen ihnen geben. Aber wie es schien, hatte Henry auch nach all den Jahren noch immer seine eigenen Geheimnisse. Einfach in dem Sinne, dass er seine Frau kaum an seinem Leben teilhaben lies, oder ihr kaum etwas davon erzählte. Wie hätte Artemis also wissen sollen, dass Henry in diesem Jahr in Hogwarts stationiert war?
Als der Dunkelhaarige nun jedoch darauf zu sprechen kam, entspannte sich ihre gesamte Körperhaltung deutlich spür- und sichtbar und das Lächeln auf ihren Lippen wurde sanfter. Versöhnlich legte sie ihren Kopf ein wenig schief und schmunzelte ihrem Mann entgegen. Es freute sie wirklich, dass er vor hatte sie zu begleiten und auch wenn er sie anfangs an der Nase herum geführt hatte, so war dies vielleicht der erste Schritt in eine neue, gemeinsame Zukunft. Man konnte ja nie wissen.

Das Henry die Einladung erwartet hatte, verblüffte sie allerdings ein wenig. Woher hatte er davon wissen sollen? Augenblicklich zogen sich ihre Augenbrauen wieder enger zusammen und als ihr Gegenüber schließlich meinte, dass er sowieso dort hin müsse, war für die Rothaarige das Gespräch gelaufen. Mit einem energischen Hieb schlug sie die Ofentür zu und warf ihrem Mann einen entrüsteten Blick zu.
"Na wenn das so ist." fauchte sie und warf ihr flammend rotes Haar mit einer fahrigen Handbewegung zurück. Abermals schnürte sich der kalte Ring um ihre Lunge und sämtliche anderen Organe ihres Körpers. Die Erkenntnis traf sie wie ein Peitschenhieb. Henry wollte nicht aus freien Stücken mit ihr zu diesem Ball gehen. Er ging mit ihr dort hin, weil er es musste. Und weil es seinem Ansehen und seinem Ruf schaden würde, wenn er allein käme. Er hatte keine Sekunde lang einen Gedanken daran verschwendet, gemeinsam mit seiner Frau einen schönen Abend zu verbringen - nein. Er hatte wieder einmal nur seine Arbeit im Kopf gehabt und war auch jetzt noch immer von dieser eingenommen. Im Grunde fehlte es nur noch, dass er Artemis bat sich ordentlich zurecht zu machen, damit er sich auch wirklich mit ihr sehen lassen konnte.
Artemis spürte, wie sich eine unangenehme Mischung aus Wut und Enttäuschung in ihr ausbreitete, spürte wie sich ein schmerzhafter Kloß in ihrer Kehle verfestigte und ihre Augen brannten. Doch vor Henry würde sie sich nicht zu ihren Gefühlen hinreißen lassen. Mit gestrafften Schultern blinzelte sie die aufkommenden Tränen der Wut weg und strich ihr Oberteil glatt.
"Dann geh ich mal schauen, was ich für die Öffentlickeit anziehen werde. Falls du Hunger hast -" ihr Kopf ruckte zu dem vor sich hindampfenden Braten, "- guten Appetitt."
Dann schritt sie hinüber zum Küchentisch, schnappte den Briefumschlag vom Boden, sowie ihre Jacke und ihre Tasche vom Stuhl. Ein letzter Blick zu ihrem Mann, dann verließ sie zielstrebig die Küche, durchquerte den Eingangsbereich, die Treppe nach oben und verschwand im Schlafzimmer - jedoch nicht, ohne die Tür hinter sich zuzuknallen.

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BeitragThema: Re: Die Küche   Do Nov 11 2010, 18:19

Man konnte fürmlich sehen, wie sehr sich die Emotionen bei Artemis abwechselten und sie in diesen Augenblicken zu einem offenen Buch machten. Nichts was Henry gesagt hatte war in seinem Sinne böse oder abwertend gemeint gewesen, aber offenbar waren seine Aussagen und Erklärungen nicht so gut bei seiner Frau angekommen. Wie immer, irgendwie...
Henry stand wie festgenagelt an dem letzten Platz wo er stehen geblieben war. Ihm war schon in dem Moment klar dass er sich vollkommen daneben ausgedrückt hatte, als das etwas weichere Lächeln von Artemis' Zügen vollkommen verschwand und ihr Körper sich anspannte. Doch was gesagt war, war gesagt und jetzt wo er die Türe knallen hörte, konnte er sich nur noch auf die Unterlippe beißen. In Gedanken schalt er sich einen Narr, weil er ja grundsätzlich bei Erklärungen immer seine Arbeit erwähnen musste. Aber es wurde ihm immer erst zu spät klar, dass genau das ein großer Fehler war.

Nach einem schmerzlichen Unterlippenbiss mehr seufzte er leise. Der Hunger war ihm wirklich mal wieder vergangen. Seine Späße kamen nicht mehr wirklich an wie früher, wenn sie jemals wirklich angekommen waren. Der Abend würde ein Albtraum wenn er nicht versuchte seine Frau einigermaßen milde zu stimmen. Aber wie sollte er das jetzt machen?
Es dauerte eine ganze Weile, in der er immer noch unverändert reglos in der Küche stand und überlegte was jetzt zu tun war, bis er sich endlich wieder regte und sich ratlos im Raum umsah. Normalerweise hätte er das jetzt einfach totgeschwiegen, wäre in sein Arbeitszimmer gegangen und vor Abend nicht mehr rausgekommen, aber so ging das natürlich nicht weiter, dass war ihm auch klar.

Er musste über seinen Schatten springen und wenigstens versuchen, nicht einfach wieder nichts zu tun. Auf dem Absatz drehte er sich um und verließ die Küche auf dem gleichen Weg wie seine Frau, nur nicht ganz so energisch und zielstrebig.

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